Lost Places #03 – Beelitz Heilstätten, tatsächlich ein verlorener Ort

Die zwischen 1898 und 1930 südlich Berlins errichteten Beelitzer Lungen-Heilstätten waren seinerzeit einer der größten Klinikkomplexe Europas. Auf einer Gesamtfläche von zirka 200 Hektar finden sich in den dichten Wäldern rund 60 Gebäude. Die wechselvolle Geschichte als Krankenhauskomplex endete 1992, nachdem die russischen Besatzungstruppen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Beelitz das größte Lazarett außerhalb der Sowjetunion betrieben hatten, abgezogen waren. Das riesige Gelände wurde zu einem gigantischen Lost Place und verfiel zusehens. Der morbide Charme des Verfalls, zurückgelassene Einrichtungsgegenstände und Spuren der russischen Besatzer sowie das Fehlen jeglichen staatlichen Eingriffs machten das Gelände lange Zeit zu einem HotSpot für UrbExer und Fotografen. Kaum ein Lost Place ist in Deutschland so umfangreich fotografisch dokumentiert worden wie die Beelitzer Heilstätten. Wobei der Begriff Lost Place, verlorener Ort, wörtlich zu nehmen ist. Heute sind auf dem, in diesen Bildern von 2014 dokumentierten nördlichen Bereich der Lungenkliniken,  die meisten Gebäude bereits saniert und in hochwertige Eigentumswohnungen oder Apartments umgewandelt worden. Vermarktet werden sie als Creative Villas und Refugium Beelitz.

Auf einem Teil des südlichen Bereichs, der damaligen Lungen-Sanatorien, entsteht derzeit ein Freizeitgelände mit einem Baumkronenpfad und anderen Attraktionen. Dort wird der Verfall konserviert und behindertengerecht zugänglich gemacht. Mehr dazu in diesem Beitrag,