„Schießbuden“ im Wald – Ruinen des Militarismus bei Potsdam

Nicht weit entfernt von so bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Ruinenberg und Schloß Lindstedt finden sich in einem Waldstück bei Potsdam weitgehend unbekannte Relikte der militaristischen Vergangenheit Deutschlands. Im Katharinenholz, einem Waldstück bei Bornstedt stößt man plötzlich auf lange Erdwälle, an deren Ende sich unvermittelt eine Reihe von bis zu zehn Meter hohen Ziegelsteinmauern aus dem Dickicht erheben. Ein Lost Place der besonderen Art. Es sind Überreste von Schießständen für die früher hier stationierten Truppen. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet als Schießplatz genutzt, erst 1950 gaben die sowjetischen Truppen die Anlagen auf. Seitdem verwildert das ganze Gelände, die heftigen Stürme der vergangenen Jahre haben dem Wald arg zugesetzt, die massiven Mauern aber zeigen sich auch gegenüber den Naturgewalten erstaunlich stabil.

Die Stadt Potsdam scheint sich für das historische Gelände nicht zu interessieren, es gibt, z.B. in offiziellen Führern kaum Hinweise darauf und anders als für viele wesentlich unbedeutendere Bauwerke gilt für den ehemaligen Gardeschießplatz auch kein Denkmalschutz. Im Winter oder zu Beginn des Frühjahrs, wenn die Bäume noch wenig Laub haben, bietet sich der beste Blick auf die Mauern und Wälle und damit auf ein Kapitel Zeitgeschichte, dass durch den Krieg in der Ukraine wieder eine traurige Relevanz bekommen hat.

 

 

Der Wald birgt viele Geheimnisse, z.B. den Friedhof der Oldtimer, den Friedhof der Telefonzellen und ein ganzes aufgelassenes Kloster

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