Mahnmal pur – Blick auf die reine Form

Selten erlebt man das Denkmal für die ermordeten Juden fast menschenleer, kommen doch an schönen Tagen bis zu 10.000 Besucher täglich zu dem vom amerikanischen Architekten Peter Eisenmann geschaffenen Gedenkort in der Mitte Berlins. Dank Corona gibt es zur Zeit Mahnmal pur und damit den freien Blick auf die reine Form der über 2700 massiven Beton-Stelen, ohne dazwischen flanierende Touristen, spielende Kinder und auf den Quadern picknickende Besucher. Weiterlesen

Förderturm der Zeche mit Gebäude

Zeche Zollverein – Weltkulturerbe verfremdet

Rot abgesetzte Fensterbänder und Verblendungen an den im Bauhausstil errichteten Funktionsgebäuden der Zeche Zollverein in Essen hatten dem Steinkohle-Bergwerk schon lange vor der Schließung 1986 den Ruf als „Schönste Zeche im Ruhrgebiet“ eingebracht. Heute gehört die Industrieanlage zum Weltkulturerbe und gilt als technisches und ästhetisches Meisterwerk der Moderne . Weiterlesen

Mehrfachspiegelung eines Mannes mit Hut

Ganz neue Bildwelten – Spiegelungen in der Fotografie

Spiegelungen in der Fotografie sind mehr als nur ein Stilmittel zur Verdoppelung des Bildmotivs. Sie können, gekonnt eingesetzt, ganz neue Bildwelten erschaffen und gewohnte Sichtweisen durchbrechen. Und damit den Betrachter verwirren und ihn dazu bringen, sich intensiver mit dem Bildinhalt auseinanderzusetzen. Weiterlesen

Baumreihe im dichten Nebel

Erzwungene Reduktion – Nebel als der große Weichzeichner

Die Reduktion auf das Wesentliche ist ein bekanntes Stilmittel in der Kunst. Wenn Weniger mehr ist, dann betont eine solche Beschränkung im optimalen Fall das Motiv und eliminiert störendes Beiwerk, das Bild wird klarer und akzentuierter. Für den Fotografen ist das ein bewusster Schritt, den er mit der Wahl des Ausschnitts oder mit technischen Hilfsmitteln erreicht. Weiterlesen

Buntes Blatt mit Eiskristallen

Zunehmend selten – Frost in Zeiten des Klimawandels

Frost in diesen Zeiten des Klimawandels in der Großstadt zu erleben, da hat man kaum eine Chance. Dazu muss man schon raus auf’s Land. Zum Beispiel nach Nordhessen. Aber auch da braucht es Glück und die richtige Mischung aus Nebel, Feuchtigkeit und den passenden Minusgraden. Erst dann bilden die gefrorenen Wassertropfen filgrane Kunstwerke an Ästen und Blättern und geben der abgestorbenen Natur einen unwirklich schimmernden Glanz, der nur zu oft nicht von langer Dauer ist. Weiterlesen

Formen und Strukturen Portugals – Faszination in schwarz-weiß

Fotos von Portugal sind zumeist farbig. Der blaue Himmel, das helle Licht und die leuchtenden Farben verlangen scheinbar danach – und wer macht heute schon noch schwarz-weiße Urlaubsbilder. Die Formen und Strukturen Portugals lassen sich aber auch gut ohne Farbe ablichten, und büßen dabei nichts an Schönheit und Faszination ein. Weiterlesen

Formen und Farben – Fassaden in Portugals Süden

Begabte Marketingstrategen haben es geschafft, den Begriff Die Weißen Dörfer  für Andalusien zu reservieren. Aber auch im Südwesten Portugals, im Alentejo, finden sich Dörfer, die diesen Namen verdienen würden. Odeceixe zum Beispiel, ein 1000-Einwohner-Dorf, das sich um eine Mühle auf einem Berg gruppiert. Anders als in den großen Städten wie Porto oder Lissabon, wo die Wohlhabenderen wohnten, hatten die meisten Bauern und Fischer hier kein Geld, um ihre kleinen Häuser mit teuren Azulejos, den bekannten blauen Kacheln, gegen die Hitze zu schützen. Deshalb tünchten sie ihre Häuser weiß und gaben ihnen farbige Sockel und Verzierungen, je bunter, desto schöner. Weiterlesen

Lost Place mit Flügel – 20.000 Quadratmeter feudaler Leerstand #2

Leere, mit dunklen Hölzern getäfelte Salons, repräsentative Kamine, die nicht mehr beheizt werden, historische Flügel, auf denen niemand mehr spielt – seit Mitte der 90er Jahre rottet das „Märchenschloss“ Vitzenburg an der Unstrut vor sich hin – sicherlich die schönsten 20.000 Quadratmeter Lost Place, die Deutschland derzeit zu bieten hat. Weiterlesen

Social Media als Menetekel – Die Berlin Photo Week 2019

Eine Leistungsschau der Fotografie, bei der ständig die Angst der großen Kamerahersteller vor den existenzbedrohenden Smartphones mitschwang, das war die dreitägige Berlin Photo Week im Kraftwerk Berlin. Kunterbunte Aktionsflächen, die jeder Kindergartengruppe großen Spaß bereitet hätten, kostenloser Kamera- und Objektivverleih und immer wieder Angebote, Fotos gleich auszudrucken und online zu stellen – all das schrie die zumeist jugendlichen Besucher geradezu an, Spiegelreflex- und Systemkameras können jetzt auch, was Handys können. Weiterlesen

Industrial Stills #05 – Art Deco im Kontrollraum

Zu Zeiten, als form follows fuction noch nicht als Mantra für Industriedesign galt,  wurde das Braunkohlenkraftwerk Plessa im Süden Brandenburgs errichtet. Es ist damit nicht nur eines der ältesten, im Originalzustand erhaltenen Kohlekraftwerke. Plessa steht auch für die Sorgfalt und den Aufwand, der damals betrieben wurde, die Bedeutung dieser „Industrie-Kathedralen“ für die damalige Gesellschaft auch optisch erlebbar zu machen. Weiterlesen